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Berichterstattung des Jüdischen Wochenmagazin "tachles", Nr
25/2007, über den Vortrag von Herrn Roy Zisapel, CEO von Radware,
Israel anlässlich der Generalversammlung der Handelskammer
Schweiz-Israel vom 14. Juni 2007
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22. Juni 2007
7. Jahrgang
Ausgabe 25
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Das Geheimnis des Erfolgs
Die israelische Wirtschaft, besonders die IT-Industrie,
boomt. Warum dem so ist, war das Thema eines Vortrags,
den Roy Zisapel anlässlich der Generalversammlung der
Handelskammer Schweiz-Israel hielt.
Im Grunde waren die Voraussetzungen für die israelische
IT-Industrie alles andere als ideal. Als junges, von
feindlichen Nationen umgebenes Land ohne Infrastruktur
und mit einem kleinen lokalen Markt war Israel zu Beginn
eine reine Agrarnation; noch in den achtziger Jahren
waren Orangen der Hauptexportartikel. Für Roy Zisapel
sind einige wenige Umstände für den aktuellen Erfolg
ausschlaggebend. Der Jungunternehmer weiss, wovon er
spricht, denn er wirtschaftet äusserst erfolgreich als
CEO von Radware, einer Firma, die auf Produkte zum Management
von Netzwerken spezialisiert ist.
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Die Industrie gibt den Takt an
Das A und O sind die guten Ausbildungsmöglichkeiten.
Ohne die zahlreichen Hochschulen, die Forschung auf
höchstem Niveau betreiben, wäre der heutige Boom nicht
denkbar. Von offizieller Seite wird zudem immer die
wichtige Rolle des Militärs für die Industrie betont,
Zisapel relativiert hier: Die Armee habe ihre Rolle
als Schrittmacher der Forschung bereits seit Längerem
eingebüsst, heute gebe die Industrie den Takt an. Historisch
war die Forschung des Militärs aber von grosser Bedeutung.
Ein entscheidender Einschnitt war hier der Stopp der
Entwicklung des Lavi-Kampfflugzeug-Projekts Ende der
achtziger Jahre. Mit der Einstellung des Prestigeprojekts
standen auf einen Schlag Tausende hochqualifizierter
Ingenieure auf der Strasse. Was damals von vielen als
wirtschaftliche Tragödie wahrgenommen wurde, hat sich
im Nachhinein als entscheidender Impuls für die Industrie
erwiesen, auf den viele Firmengründungen zurückgehen.
Eine ähnliche «Infusion» von Know-how bewirkte die russische
Immigration in den neunziger Jahren, die viele naturwissenschaftlich
ausgebildete Einwanderer ins Land brachte. Man warte
nun wieder auf ein vergleichbares Ereignis, denn momentan
sei das Wachstum nur durch die Zahl der Ingenieure begrenzt.
Kritisch und zuversichtlich
Heute sieht Zisapel die Rolle der Armee aber vor allem
darin, Beziehungen zu knüpfen und Netzwerke aufzubauen.
Viele ehemalige Armeekameraden gründen später zusammen
eine Firma, denn nach gemeinsam absolvierten Dienst
könne man sich gegenseitig wirklich vertrauen. Ein zentraler
Faktor des Erfolgs ist für Zisapel aber die allgemeine
Kultur des Landes: eine offensive «Can-do-Mentalität»
in Verbindung mit einer direkten, kritischen Art.
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Es sei typisch für Israeli, dass sie sich
nicht nur auf die eigene Aufgabe konzentrieren, sondern
immer auch kritisch beobachten, was die anderen tun.
Israeli sind quasi von Geburt aus kompetitiv, und selbst
der Firmenchef könne sich nicht einfach auf seinen Rang
berufen, sondern müsse seine Untergebenen auch wirklich
überzeugen. Zisapel räumt ein, dass diese Haltung in
grossen Unternehmen mit vielen Hierarchiestufen ein
Problem sei, für junge Firmen, die sich in dem dynamischen
Markt behaupten wollen, sei sie aber geradezu essenziell.
In Zisapels Augen ist Israel generell ein innovatives
Land, man ist sich gewohnt, einen Ausweg aus scheinbar
aussichtslosen Situationen zu finden. Aufgeben und Resignieren
sei nicht die Art der Israeli. Deshalb würden auch zahlreiche
internationale Konzerne ihre Forschung und Entwicklung
nach Israel verlegen. Die Kosten sind auf jeden Fall
nicht ausschlaggebend, denn das Leben in Israel ist
heute nur noch wenig günstiger als in den USA.
Die Konkurrenz aus aufstrebenden Ländern wie Indien
oder China fürchtet Zisapel nicht. Diese könnten
zwar günstiger produzieren, in Sachen Innovation
habe Israel aber nach wie vor die Nase vorn.
Simon Spiegel
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